Zum Inhalt springen

Widerrufsrecht bei Hosting und Online Verträgen

Wenn Sie online einen Vertrag abschließen, kann für Verbraucher:innen ein gesetzliches Widerrufsrecht bestehen. Das bedeutet, dass ein Vertrag innerhalb einer bestimmten Frist widerrufen werden kann, ohne dass dafür ein Grund genannt werden muss.

Bei Hosting Verträgen, Domains und eigenen Webseiten ist es wichtig, zwischen verschiedenen Situationen zu unterscheiden. Ein Widerruf Ihres webgo Vertrags ist etwas anderes als ein Widerrufsprozess, den Sie selbst auf Ihrer eigenen Website, in Ihrem Onlineshop oder über ein Formular anbieten.

Diese FAQ erklärt, wie das Widerrufsrecht grundsätzlich funktioniert, wie Sie einen berechtigten Widerruf bei webgo einreichen, was bei Domains zu beachten ist und welche Verantwortung Websitebetreiberinnen und Websitebetreiber für eigene Widerrufsseiten oder Widerrufsformulare tragen.

Allgemeine Informationen zum Widerrufsrecht

Wichtiger Hinweis: Diese FAQ ersetzt keine Rechtsberatung, sondern erklärt den technischen und organisatorischen Ablauf bei webgo sowie Allgemeines und damit verbundene wichtige Zusammenhänge.

Was bedeutet Widerrufsrecht?

Das Widerrufsrecht gibt Verbraucher:innen die Möglichkeit, einen online abgeschlossenen Vertrag innerhalb der gesetzlichen Widerrufsfrist zu widerrufen. Der Widerruf muss eindeutig erklären, dass Sie den Vertrag widerrufen möchten. Eine Begründung ist nicht erforderlich.

Die gesetzliche Widerrufsfrist beträgt grundsätzlich 14 Tage. Je nach Vertragsart und rechtlicher Situation kann es Besonderheiten geben.

Für wen gilt das gesetzliche Widerrufsrecht?

Das gesetzliche Widerrufsrecht gilt grundsätzlich für Verbraucher:innen im Sinne des §13 BGB und sind natürliche Personen, die einen Vertrag überwiegend zu privaten Zwecken abschließen.

Für rein gewerbliche, selbständige oder berufliche Vertragsabschlüsse besteht das gesetzliche Verbraucherwiderrufsrecht nicht. Wenn Sie unsicher sind, ob Sie als Verbraucherin oder Verbraucher handeln, sollten Sie dies im Zweifel rechtlich prüfen lassen.

Was ist der Unterschied zwischen Widerruf und Kündigung?

Ein Widerruf macht einen Vertrag innerhalb der gesetzlichen Widerrufsfrist rückgängig. Er betrifft also die frühe Phase nach einem Vertragsabschluss.

Eine Kündigung beendet einen bestehenden Vertrag regulär zu einem bestimmten Zeitpunkt, zum Beispiel zum Ende der Vertragslaufzeit.

Bei webgo gilt daher: Innerhalb der gesetzlichen Widerrufsfrist steht berechtigten Personen die Widerrufsfunktion zur Verfügung. Für spätere Vertragsbeendigungen nutzen Sie bitte die Kündigungsfunktion im Kundenportal.

Widerrufsfrist für Hosting Verträge

Bei webgo können berechtigte Privatkund:innen ihren Vertrag direkt im Kundenportal widerrufen, sofern die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind und die Widerrufsfrist noch läuft.

Wichtiger Hinweis: Für im Zusammenhang mit dem Hostingvertrag etwaige registrierte Inklusivdomains gilt das Widerrufsrecht aufgrund der individuellen Bereitstellung nicht. Im folgenden gehen wir detaillierter auf diese Gegebenheit ein.

Gilt der Widerruf auch für registrierte Domains?

Bereits auf Ihren Wunsch registrierte Domains (auch wenn als Inklusivdomain Teil Ihres Hosting Vertrags) sind nicht Bestandteil des Widerrufs eines Hosting Vertrags. Eine Domain wird individuell für Sie bei der jeweiligen Vergabestelle beziehungsweise Registry registriert (s. zusätzlich Abschnitt I Punkt 3.3 der Widerrufsbelehrung der webgo AGB).

Dieser Vorgang kann nach erfolgter Registrierung in der Regel nicht einfach rückgängig gemacht werden. Das betrifft entsprechend auch Domains, die als Inklusivdomain in einem Hosting Paket enthalten waren. Entsprechend können für bereits erfolgte Domainsregistrierungen Kosten entstehen. Sofern die Domains in keinen anderen webgo Vertrag mit vorhandenen Inklusivdomains transferiert werden sollen, werden diese zu unseren regulären Domainkonditionen berechnet.

Was bedeutet Inklusivdomain beim Widerruf?

Eine Inklusivdomain ist eine Domain, die im Rahmen eines Hosting Pakets enthalten sein kann. Auch wenn sie im Paket enthalten ist, wird sie technisch und rechtlich individuell für Sie registriert.

Bei einem Widerruf des Hosting Vertrags kann eine bereits registrierte Inklusivdomain daher gesondert berechnet werden. In der Regel betrifft dies den Registrierungszeitraum von 12 Monaten.

Je nach Domainstatus kann anschließend geprüft werden, ob die Domain gelöscht, per AuthCode transferiert, in einen anderen Vertrag übernommen oder in einem Domainpaket geparkt werden kann.

Welche Möglichkeiten habe ich für meine Domain nach einem Widerruf?

Wenn zu Ihrem widerrufenen Vertrag eine bereits registrierte Domain gehört, stehen Ihnen je nach Prozess und Domainstatus grundsätzlich vier verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung.

  1. Die Domain kann gelöscht werden.

  2. Die Domain kann per AuthCode zu einem anderen Anbieter transferiert werden.

  3. Die Domain kann in einen anderen bestehenden Vertrag übernommen werden.

  4. Die Domain kann behalten und in einem Domainpaket geparkt werden.

Bitte beachten Sie, dass wie oben beschrieben grundsätzlich durch die bereits erfolgte Domainregistrierung Kosten entstehen können. Dies betrifft insbesondere den Registrierungszeitraum von 12 Monaten und auch dann, wenn eine Domain von Ihnen zur "Löschung" freigegeben wird.

Wie lange kann ich einen Online Vertrag widerrufen?

Die gesetzliche Widerrufsfrist beträgt grundsätzlich 14 Tage. Bei vielen Dienstleistungsverträgen beginnt die Frist in der Regel mit Vertragsschluss.

Zur Fristwahrung reicht es grundsätzlich aus, wenn der Widerruf "rechtzeitig", also innerhalb der 14 Tage erfolgt.

Muss ich meinen Widerruf begründen?

Nein, Sie müssen einen Widerruf nicht begründen. Auf uns bezogen, würden wir uns natürlich dennoch freuen, wenn Sie uns die Hintergründe Ihres Widerrufs erläutern. Eine Rückmeldung unterstützt uns dabei, unser Angebot weiter zu verbessern.

Wichtig ist nur, dass Ihre Erklärung eindeutig ist. Es muss klar erkennbar sein, dass Sie den betreffenden Vertrag widerrufen möchten. Wie Sie Ihren Widerruf bei uns einfach und eindeutig erklären können, erklären wir jetzt.

Wie funktioniert der Widerruf bei webgo?

Bei webgo können berechtigte Personen den Widerruf direkt im Kundenportal einreichen.

Sie finden die Funktion im Kundenportal unter:

Vertragsänderungen > Widerruf

Dort können Sie Ihren Widerruf im zweistufigen Prozess eindeutig und verbindlich erklären.

Der Widerrufsbutton wird innerhalb der gesetzlichen Widerrufsfrist angezeigt. Nach Ablauf der 14 Tage verweist der Bereich auf die reguläre Kündigungsfunktion. Nach insgesamt 30 Tagen wird der Widerrufsbutton nicht mehr angezeigt.

Dadurch ist der Widerruf klar vom regulären Kündigungsprozess getrennt und für berechtigte Kund:innen innerhalb der relevanten Frist einfach auffindbar.

Warum muss ich mich für den Widerruf einloggen?

Bei webgo werden Verträge ausschließlich mit einem Kundenkonto erstellt und abgeschlossen. Aus diesem Grund ist für eine eindeutige Erklärung eines Widerrufs ein Login erforderlich.

Selbstverständlich können Sie alternativ weiterhin Ihren Widerruf per E-Mail mit dem Muster-Widerrufsformular ausfüllen und uns zusenden.

Muster-Widerrufsformular

An:
webgo GmbH
Wendenstraße 8–12
20097 Hamburg
Telefon: 040605900399

Fax: 040605900398
E-Mail: buchhaltung@webgo.de

Hiermit widerrufe(n) ich/wir den von mir/uns abgeschlossenen Vertrag über den Kauf der folgenden Waren:
(*)/die Erbringung der folgenden Dienstleistung (*)


_____________________ ________________________
Kundennummer Vertragsnummer


Bestellt am ___________________ /erhalten am ___________________ (*)


___________________________________ __________________________________________________________________________________
Name der Verbraucher:in Anschrift der Verbraucher:in


_____________________________________
Unterschrift der Verbraucher:in (nur bei Mitteilung auf Papier)


____________________
Datum
(*) Unzutreffendes streichen.

Was passiert nach dem Absenden des Widerrufs bei webgo?

Sofern Sie die Widerrufsfunktion im Kundenportal genutzt haben, erhalten Sie eine automatische Eingangsbestätigung per E-Mail.

Der betroffene Vertrag wird im Rahmen der Widerrufsabwicklung beendet und gemäß den gesetzlichen Vorgaben rückabgewickelt. Die vertraglichen Leistungen werden entsprechend eingestellt. Daten und Produkte, die dem widerrufenen Vertrag zugeordnet sind, können anschließend gelöscht werden. Sichern Sie daher etwaig wichtige Inhalte rechtzeitig, sofern Sie diese noch benötigen.

Sollte der Widerruf versehentlich eingereicht worden sein, melden Sie sich bitte zeitnah bei webgo. Wir prüfen dann gerne, ob eine Fortführung des Vertrags noch möglich ist.

Was passiert mit bereits gezahlten Beträgen nach einem Widerruf?

Im Falle eines wirksamen Widerrufs sind empfangene Leistungen grundsätzlich zurückzugewähren. Je nach bereits erbrachter Leistung können grundsätzlich jedoch Wertersatzansprüche oder Kosten für gesonderte Leistungen entstehen. Darunter neben dem genannten Domainbeispiel etwaige Kosten für Einrichtung oder Servicedienstleistungen in Form eines Webseitenumzugs.

Somit betrifft dies sämtliche Leistungen, die ausdrücklich beauftragt und bereits erbracht wurden.

Werden meine Daten nach dem Widerruf gelöscht?

Im Rahmen der Widerrufsabwicklung werden die vertraglichen Leistungen eingestellt. Daten, Dateien, E Mail Inhalte, Datenbanken und andere Produkte, die dem widerrufenen Vertrag zugeordnet sind, können anschließend gelöscht werden.

Sichern Sie daher wichtige Inhalte rechtzeitig, sofern Sie diese noch benötigen. Nach Abschluss der Widerrufsabwicklung kann eine Wiederherstellung unter Umständen nicht mehr möglich sein.

Kann ich einen versehentlich eingereichten Widerruf rückgängig machen?

Sofern Sie Ihren Widerruf versehentlich eingereicht haben oder den Vertrag doch weiter nutzen möchten, melden Sie sich bitte schnellstmöglich bei uns.

Wir prüfen dann gerne, ob eine Fortführung Ihres Vertrags noch möglich ist.

Etwaige Widerrufspflicht auf Ihren Webseiten

Zur Ihrer bestmöglichen Information möchten wir Ihnen mitteilen, dass wir Ihnen die technische Hosting Umgebung beziehungsweise die technische Grundfunktionalität zur Verfügung stellen. Die rechtliche Ausgestaltung Ihrer Website, zum Beispiel ob, wo und in welcher Form Sie ein Widerrufsformular benötigen, liegt nicht in unserem Einflussbereich.

Muss webgo ein Widerrufsformular für meine eigene Website bereitstellen?

Wenn Sie eine eigene Website betreiben, liegt die Verantwortung für rechtliche Inhalte, Widerrufsinformationen, Formulare und Pflichtangaben grundsätzlich bei Ihnen als Websitebetreiberin oder Websitebetreiber.

Das gilt unabhängig davon, ob Ihre Website mit WordPress, einem Onlineshop System, dem webgo Homepage Baukasten oder einer anderen Lösung erstellt wurde.

Eine Widerrufsfunktion muss von Ihnen, sofern Sie Waren oder Dienstleistungen für Verbrauchende über Ihre Website Verkaufen. Darunter fallen insbesondere:

  • Onlineshops

  • Anbietende digitaler Inhalte und Dienstleistungen, z. B. E-Books, Online-Kurse oder ähnliches

  • Plattformen mit Abonnements oder ähnlichem Angebot, sofern ein Widerrufsrecht greift

  • Sämtliche Angebote & Dienstleistungen sofern der Vertrag online zustande kommt

Bitte beachten Sie, dass dies kein Anspruch auf Vollständigkeit hat und lediglich der Aufklärung und Information dient. Es ersetzt keine Rechtsberatung! Bitte lassen Sie Ihre Website im Zweifel rechtlich prüfen.

Gibt es im webgo Homepage Baukasten ein fertiges Widerrufsfeature per Drag and Drop?

In unserem Homepage Baukasten stellen wir kein fertiges Widerrufsfeature bereit, das rechtliche Anforderungen automatisch vollständig für Sie erfüllt.

Die Grundfunktionalität, um eine Widerrufsseite mit Formular und Button umzusetzen, ist jedoch grundsätzlich vorhanden. Sie können also technisch eine eigene Seite erstellen, dort ein passendes Formular einbinden und dieses über einen Button verlinken.

Die Verantwortung für Inhalt, Pflichtangaben, Formulierungen, Abfragen und rechtliche Korrektheit liegt bei Ihnen als Betreibende der Website.

Wie kann ich im Homepage Baukasten eine Widerrufsseite erstellen?

Wenn Sie im webgo Homepage Baukasten eine eigene Widerrufsmöglichkeit für Ihre Website anbieten möchten, können Sie diese technisch über eine separate Seite, ein Formular und einen Button umsetzen.

Gehen Sie dabei grundsätzlich wie folgt vor:

  1. Erstellen Sie im Homepage Baukasten eine neue separate Seite für den Widerruf.

  2. Fügen Sie auf dieser Seite ein eigenes Formular ein, das ausschließlich für Widerrufe gedacht ist.

  3. Verwenden Sie kein allgemeines Kontaktformular, sondern ein gesondertes Formular mit den Abfragen, die für Ihren konkreten Anwendungsfall erforderlich sind.

  4. Prüfen Sie eigenverantwortlich, welche Angaben, Hinweise und Formulierungen rechtlich notwendig sind.

  5. Fügen Sie an geeigneter Stelle auf Ihrer Website einen Button ein.

  6. Benennen Sie den Button eindeutig, zum Beispiel mit „Vertrag widerrufen“, sofern diese Bezeichnung für Ihren konkreten Fall passend ist.

  7. Verlinken Sie den Button mit der von Ihnen erstellten Widerrufsseite.

  8. Eingehende Widerrufe über das Formular werden an das von Ihnen hinterlegte E Mail Postfach gesendet.

Wichtiger Hinweis: webgo kann nicht beurteilen, ob Ihre Widerrufsseite oder Ihr Formular den gesetzlichen Anforderungen Ihres konkreten Geschäftsmodells entspricht. Dies liegt in Ihrer Verantwortung.

Kann ich auch in WordPress eine Widerrufsseite erstellen?

Natürlich können Sie auch mit WordPress betriebene Webseiten mit einer Widerrufsfunktion ausgestattet werden. Beispielsweise können Sie eine eigene Widerrufsseite erstellen und dort ein geeignetes Formular einbinden.

Gegebenenfalls könnten Sie auch ein passendes Formularplugin verwenden. Ob derartige Plugins den rechtlichen Anforderungen entsprechen können wir nicht verbindlich bestätigen. Im Zweifel gilt auch hier die rechtliche Prüfung durch die entsprechenden Stellen.

Warum ist der webgo Widerrufsprozess kundenfreundlich?

Unser Widerrufsprozess ist so aufgebaut, dass berechtigte Pesonen ihren Widerruf direkt und automatisiert im Kundenportal einreichen können.

Die Widerrufsfunktion wird innerhalb der relevanten Frist angezeigt und ist klar vom regulären Kündigungsprozess getrennt. Nach dem Absenden erhalten Sie eine Eingangsbestätigung per E Mail. Zusätzlich wird transparent erklärt, was mit dem Vertrag und möglichen Domains geschieht.

So bleibt der Prozess einfach, nachvollziehbar und eindeutig. Für eine optimale Abwicklung Ihres Wunsches.

War dieser Beitrag hilfreich?

Ihre Bewertung hilft uns, unsere Anleitungen weiter zu verbessern.

Ja
Nein