Was ist neu in WordPress 7.1?
Mit WordPress 7.1 entwickelt sich der Block Editor deutlich weiter. Viele Aufgaben, für die bisher zusätzliches CSS, Plugins oder externe Werkzeuge nötig waren, lassen sich nun direkt in WordPress erledigen.
Besonders interessant sind die neuen Möglichkeiten für responsive Designs, der überarbeitete Medieneditor und die verbesserte Zusammenarbeit im Editor. Hinzu kommen neue Blöcke, eine leistungsfähigere Medienverarbeitung, Verbesserungen bei der Barrierefreiheit sowie zahlreiche Optimierungen für Entwickler.
Die wichtigsten Neuerungen von WordPress 7.1 im Überblick:
Responsive Block-Stile direkt im Editor
Interaktive Hover-, Fokus- und Aktiv-Stile ohne CSS
Erweiterte Anmerkungen mit @Erwähnungen
Neuer Tabs-Block
Neuer Playlist-Block
Neuer Medieneditor für Bilder
Verbesserte Verarbeitung moderner Bildformate
Überarbeitete und dauerhaft sichtbare Adminleiste
Verbesserungen bei Barrierefreiheit und Bedienung
Performance- und Entwickleroptimierungen
Schauen wir uns die wichtigsten Änderungen genauer an:
Responsive Designs direkt im WordPress Editor erstellen
Eine der bedeutendsten Neuerungen in WordPress 7.1 betrifft das Responsive Webdesign.
Bisher konntest Du viele Einstellungen eines Blocks nur allgemein festlegen. Sollten beispielsweise Überschriften oder Buttons auf Smartphones anders aussehen als auf einem Desktop-PC, waren abhängig vom Theme häufig zusätzliches CSS oder spezielle Funktionen des verwendeten Themes erforderlich.
Mit WordPress 7.1 kannst Du responsive Block-Stile direkt im Editor definieren. Dabei lässt sich festlegen, wie bestimmte Elemente auf unterschiedlichen Bildschirmgrößen dargestellt werden sollen.
Du kannst beispielsweise:
Schriftgrößen für mobile Geräte reduzieren
Abstände abhängig von der Bildschirmgröße anpassen
einzelne Blöcke speziell für Smartphones oder Tablets gestalten
responsive Einstellungen global oder für einzelne Blöcke festlegen
Eine Änderung für die mobile Ansicht beeinflusst dabei nicht automatisch das Design auf dem Desktop.
Gerade für Nutzerinnen und Nutzer ohne CSS-Kenntnisse ist das eine wichtige Verbesserung. Responsive Webdesign wird dadurch stärker zu einer nativen Funktion von WordPress.
Eigene Breakpoints über theme.json
Auch Entwickler und Theme-Autoren erhalten mehr Kontrolle. Die sogenannten Breakpoints für Smartphones und Tablets lassen sich über die theme.json individuell definieren.
Ein Breakpoint legt fest, ab welcher Bildschirmbreite sich die Darstellung einer Website verändert. Responsive Stile und die Sichtbarkeit von Blöcken können sich anschließend an diesen definierten Werten orientieren.
Damit können Themes ihre responsive Darstellung noch genauer auf das eigene Designsystem abstimmen.
Hover-, Fokus- und Aktiv-Stile ohne zusätzliches CSS
Eine weitere Neuerung betrifft interaktive Zustände von Elementen. WordPress 7.1 erlaubt es, bestimmte Zustände direkt über die Stil-Steuerelemente des Editors zu gestalten. Dazu gehören unter anderem:
Mauszeigerkontakt beziehungsweise Hover
Fokus
Aktiv
So kannst Du beispielsweise festlegen, dass sich die Hintergrundfarbe eines Buttons verändert, sobald Besucher mit der Maus darüberfahren.
Was früher häufig über eigenes CSS umgesetzt werden musste, lässt sich nun direkt über den WordPress Editor konfigurieren. Die neuen Optionen stehen unter anderem für Buttons und Navigationslinks zur Verfügung.
Das vereinfacht nicht nur die Gestaltung, sondern sorgt auch dafür, dass mehr Designentscheidungen zentral innerhalb von WordPress verwaltet werden können.
Zusammenarbeit wird mit Anmerkungen und @Erwähnungen besser
WordPress 7.1 verbessert auch die Zusammenarbeit mehrerer Personen an Inhalten. Die bereits zuvor eingeführten Anmerkungen werden erheblich erweitert. Du kannst jetzt einzelne Personen direkt mit einer @Erwähnung ansprechen. WordPress zeigt dafür eine Liste der beteiligten Nutzer an und informiert die erwähnte Person zusätzlich per E-Mail.
Anmerkungen können außerdem gezielt an einer bestimmten Textstelle hinterlassen werden, statt lediglich einen gesamten Block zu kommentieren.
Zusätzlich stehen Formatierungsmöglichkeiten zur Verfügung, darunter:
Fettschrift
Kursivschrift
Code
Links
Auch mehrere Unterhaltungen innerhalb desselben Blocks sind möglich.
Für Unternehmen, Agenturen, Redaktionen und Websites mit mehreren Autoren wird WordPress dadurch zunehmend zu einer Plattform, in der sich redaktionelle Abstimmungen direkt innerhalb des CMS durchführen lassen.
Neuer Tabs-Block für übersichtliche Inhalte
Mit WordPress 7.1 hält ein weiterer häufig gewünschter Block Einzug in den WordPress-Core: der Tabs-Block. Tabs ermöglichen es, mehrere Inhalte platzsparend innerhalb eines Bereichs zu organisieren. Besucher können anschließend zwischen einzelnen Registerkarten wechseln, ohne dass alle Inhalte gleichzeitig angezeigt werden müssen.
Praktische Einsatzmöglichkeiten sind beispielsweise:
Produktinformationen
technische Spezifikationen
Leistungsbeschreibungen
Vergleiche
Anleitungen
häufig gestellte Fragen
Solche Funktionen wurden bisher häufig über zusätzliche Plugins umgesetzt. Der neue WordPress Tabs-Block orientiert sich zudem an den W3C ARIA Authoring Practices und berücksichtigt damit wichtige Anforderungen für Tastatursteuerung und Screenreader.
Neuer Playlist-Block für Audioinhalte
Auch für Websites mit Audioinhalten bringt WordPress 7.1 eine interessante Neuerung. Mit dem neuen Playlist-Block kannst Du mehrere Audiodateien innerhalb eines Beitrags oder einer Seite zusammenfassen. Dabei können unter anderem Titelinformationen, Cover und eine optionale Wellenform dargestellt werden.
Interessant ist die Funktion beispielsweise für:
Podcasts
Musiker
Onlinekurse
Interviews
Veranstaltungsaufzeichnungen
andere Audioformate
Damit können einfache Audio-Playlists künftig direkt mit WordPress umgesetzt werden, ohne zwingend einen zusätzlichen Playlist-Block eines Drittanbieters einsetzen zu müssen.
Neuer Medieneditor für komfortablere Bildbearbeitung
Auch die Bildbearbeitung innerhalb von WordPress wurde überarbeitet. Das bisherige Werkzeug zum direkten Zuschneiden von Bildern wird durch einen eigenen Medieneditor ersetzt. Dieser öffnet sich in einem separaten Dialog und bündelt mehrere Bearbeitungsfunktionen an einer zentralen Stelle.
Zu den Funktionen gehören unter anderem:
freies Zuschneiden
Zuschneiden anhand vorgegebener Seitenverhältnisse
Spiegeln
präzises Drehen
Bearbeiten von Metadaten
Auch beim Cover-Block kannst Du Bilder direkt über den neuen Editor anpassen. Für einfache Änderungen an Bildern musst Du dadurch seltener auf ein externes Bildbearbeitungsprogramm zurückgreifen.
Schnellere und intelligentere Medienverarbeitung
Unter der Oberfläche verändert WordPress 7.1 auch die technische Verarbeitung von Bildern. Bildkomprimierung, Größenanpassung und die Erstellung von Vorschaubildern können nun direkt im Browser stattfinden. Dafür setzt WordPress auf WebAssembly und einen entsprechenden Build von libvips.
Das hat einen entscheidenden Vorteil: Große Bilder müssen nicht mehr vollständig durch PHP auf dem Webserver verarbeitet werden.
Dadurch können insbesondere bei größeren Uploads PHP-Speicherlimits und Timeouts seltener zum Problem werden. Gleichzeitig werden CPU und Arbeitsspeicher des Servers entlastet.
WordPress 7.1 unterstützt bei dieser Verarbeitung außerdem moderne Bildformate wie:
AVIF
HEIC
WebP
HDR beziehungsweise HDR-Gain-Maps
HEIC ist besonders für Nutzer von Apple-Geräten interessant, da iPhones Fotos häufig standardmäßig in diesem Format speichern. WordPress kann entsprechende Dateien nun wesentlich komfortabler verarbeiten.
Auch Uploads werden robuster. Wird die Internetverbindung während eines Uploads unterbrochen, kann die Warteschlange pausieren und anschließend automatisch fortgesetzt werden.
Die Adminleiste bleibt im Editor sichtbar
WordPress 7.1 vereinheitlicht außerdem die Navigation innerhalb des Backends. Die Adminleiste bleibt nun auch im Site Editor und Block Editor sichtbar. Dadurch wird der Wechsel zwischen Bearbeitung, Website und anderen Bereichen des WordPress Backends übersichtlicher.
Auch das Erscheinungsbild wurde angepasst. Unter anderem wurden verschiedene Icons modernisiert und die Navigation zurück in andere Bereiche klarer gestaltet. Die Änderung klingt zunächst klein, kann im Arbeitsalltag aber für eine deutlich konsistentere Bedienung sorgen.
Weitere Verbesserungen am Block Editor und Backend
Neben den großen Neuerungen enthält WordPress 7.1 zahlreiche kleinere Verbesserungen:
Hintergrundbilder und Farbverläufe kombinieren
Bilder als dekorativ markieren (Screenreader können diese Bilder anschließend überspringen. Dadurch wird es einfacher, Websites barrierefreier umzusetzen.)
Verbesserte Command Palette
Website-Identität einfacher verwalten
WordPress 7.1 verbessert auch die Barrierefreiheit
WordPress arbeitet kontinuierlich an der Barrierefreiheit des CMS. Auch Version 7.1 enthält zahlreiche entsprechende Verbesserungen. Zu den Neuerungen gehören unter anderem eine neue API für barrierefreie Tooltips, Verbesserungen für Screenreader sowie optimierte Beschriftungen und Navigationselemente innerhalb der Administration.
Auch Funktionen wie der neue Tabs-Block und die Möglichkeit, Bilder als dekorativ zu kennzeichnen, tragen dazu bei, barrierefreie Websites einfacher umzusetzen.
Verbesserungen für Entwickler und mehr Performance
WordPress 7.1 enthält außerdem technische Optimierungen, die für Entwickler und Betreiber umfangreicher Websites interessant sind.
Unter anderem werden REST-API-Anfragen, die der Editor unmittelbar nach dem Start benötigt, vorgeladen. Dadurch kann der Editor insbesondere auf umfangreichen Websites schneller verfügbar sein.
Die Icons API erhält neue öffentliche Funktionen, mit denen Themes und Plugins eigene Icon-Sammlungen registrieren können.
Auch die Abilities API wurde erweitert. Sie stellt Funktionen und Fähigkeiten einer WordPress Installation maschinenlesbar zur Verfügung und schafft damit technische Grundlagen für die strukturierte Zusammenarbeit von WordPress mit externen Anwendungen und KI-Systemen.
Empfehlung: Für WordPress 7.1 mindestens PHP 8.3 aktivieren
Bevor Du WordPress 7.1 installierst oder eine bestehende Website aktualisierst, solltest Du unbedingt die verwendete PHP-Version prüfen. Aus Kompatibilitätsgründen funktioniert zwar auch mit mindestens PHP 7.4 bis 8.1. Da diese Versionen jedoch schon EOL (End-of-Life) sind, empfehlen wir für den langfristig reibungslosen und optimal aufgestellten Einsatz mindestens PHP 8.3 oder neuer.
Auch die innerhalb der WordPress-Instanz genutzten Plugins und Themes empfiehlt sich meist aktuellere PHP Versionen zu nutzen.
Hinweis: Welche WordPress-Version mit welcher PHP Version kompatibel ist, zeigen wir hier: CMS und PHP Versionen: Kompatibilität von WordPress, TYPO3, Shopware & Co.
Die PHP-Version lässt sich bei webgo individuell pro Domain oder Subdomain einstellen. Dadurch kannst Du beispielsweise mehrere Websites innerhalb desselben Hostingpakets mit unterschiedlichen PHP-Versionen betreiben.
Die Einstellung findest Du im webgo Kundenportal über Deinen Webhosting-Vertrag und die Domainverwaltung. Dort kannst Du für die gewünschte Domain die PHP-Version auswählen und speichern.
Eine ausführliche Anleitung findest Du in unserer FAQ: PHP-Version pro Domain im webgo Webhosting ändern
Was solltest Du vor dem Update auf WordPress 7.1 beachten?
Wie bei jedem größeren WordPress Update solltest Du nicht einfach auf „Aktualisieren“ klicken, ohne Deine Website vorher zu prüfen. Besonders bei geschäftskritischen Websites empfiehlt sich ein strukturiertes Vorgehen:
Backup erstellen!
PHP-Version prüfen
Plugins und Theme aktualisieren
Kompatibilität wichtiger Erweiterungen prüfen
WordPress 7.1 verwendet den Editor konsequent innerhalb eines sogenannten iFrames. Ältere Plugins, die eigene Skripte oder Styles in den Editor einbinden, können deshalb unter Umständen angepasst werden müssen.Wenn Deine Website stark von individuellen Plugins, Page Buildern oder eigenen Entwicklungen abhängt, solltest Du das Update zunächst in einer Testumgebung prüfen.
Website nach dem Update testen
Fazit: WordPress 7.1 macht den Editor flexibler und moderner
Mit WordPress 7.1 werden viele Funktionen, die bisher zusätzliches CSS, Plugins oder externe Werkzeuge erforderten, direkt in WordPress integriert.
Responsive Einstellungen lassen sich komfortabler im Editor vornehmen, interaktive Zustände können ohne eigenen Code gestaltet werden und mit Tabs sowie Playlists kommen zwei praktische neue Blöcke hinzu. Auch bei Bildern gibt es mit dem neuen Medieneditor und der effizienteren Verarbeitung deutliche Verbesserungen.
Für Teams sind vor allem die erweiterten Anmerkungen mit @Erwähnungen interessant. Entwickler profitieren gleichzeitig von neuen Schnittstellen und technischen Optimierungen.
Wenn Du WordPress 7.1 bei webgo einsetzen möchtest, prüfe vor dem Update unbedingt Deine PHP-Einstellung und aktiviere mindestens PHP 8.3. Anschließend empfiehlt sich wie bei jedem größeren WordPress Update ein vollständiges Backup und ein kurzer Kompatibilitätscheck Deiner wichtigsten Plugins und Themes.